Dienstag, 27. Juni 2017

[Karls Rezension] "The Brain" David Eagleman

"The Brain, die Geschichte von dir."



Unterhaltend und fundiert: Ein Pageturner über die Hirnforschung

Die Hirnforschung macht rasante Fortschritte, aber nur selten treten wir einen Schritt zurück und fragen uns, was es heißt, ein Lebewesen und Mensch zu sein. Der renommierte Neurowissenschaftler David Eagleman nimmt uns mit auf die Reise durch das Gewirr aus Milliarden von Hirnzellen und Billionen von Synapsen – und zu uns selbst. 
Das sonderbare Rechengewebe in unserem Schädel ist der Apparat, mit dem wir uns in der Welt orientieren, Entscheidungen treffen und Vorstellungen entwickeln. Seine unendlich vielen Zellen bringen unser Bewusstsein und unsere Träume hervor. In diesem Buch baut Bestsellerautor David Eagleman eine Brücke zwischen der Hirnforschung und uns, den Besitzern eines Gehirns. Er hilft uns, uns selbst zu verstehen. Denn ein besseres Verständnis unseres inneren Kosmos wirft auch ein neues Licht auf unsere persönlichen Beziehungen und unser gesellschaftliches Zusammenleben: wie wir unser Leben lenken, warum wir lieben, was wir für wahr halten, wie wir unsere Kinder erziehen, wie wir unsere Gesellschaftspolitik verbessern und wie wir den menschlichen Körper auf die kommenden Jahrhunderte vorbereiten können.
David Eagleman, geboren 1971, wurde in Neurowissenschaften promoviert und war Schüler des legendären Biologen Francis Crick. Er ist einer der angesehensten und bekanntesten Hirnforscher der Welt. Eagleman forscht und lehrt über das Unbewusste und die menschliche Wahrnehmung an der Stanford University. Mit »Fast im Jenseits«, einer Sammlung von kurzen Geschichten über das Leben nach dem Tod, gelang ihm ein in 20 Sprachen übersetzter Weltbestseller. Zuletzt ist bei Pantheon von ihm erschienen »Inkognito. Die geheimen Eigenleben unseres Gehirns« (2013).
Das menschliche Gehirn ist immer noch ein Ort,  der trotz Hightechmedizin immer noch nicht vollständig erforscht worden  ist. David Eagleman ist ein führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Wahrnehmung.  Durch seine verständliche Art wird er auch der Rockstar unter den Neurowissenschaftlern genannt.  Wie nehmen Menschen ihre Umwelt war, kann man mit der Haut sehen ( kann man ), kann man mit einer Gehirnhälfte leben ( Kann man), wie kommt es,  dass man die Zeit unterschiedlich wahr nimmt, wie entsteht Sympathie und  Sinnestäuschung, was ist mit künstlicher Intelligenz, was geschieht im Hirn, mit seinen 1 Billiarden Synapsenverbindungen, (1.000.000.000.000.000 ) wenn man nur ein Glas hebt und trinkt ? Eagleman gibt Antworten auf diese und andere Fragen. Dabei erfährt der Leser wie weit die Hirnforschung heute ist und wo noch Lücken sind.
Ein Neurowissenschaftler, der ein Buch schreibt, da wissen sicherlich einige nicht, was das für ein Wissenschaftler ist. Die Frage ob man das, was er schreibt, überhaupt versteht, liegt nahe. Doch schon nach den ersten Seiten wird klar, dass das Buch in einen Schreibstil gehalten ist, der es auch Leihen ermöglich den Inhalt zu verstehen. Immer wieder erläuterter Eagleman, anhand von Fall Beispielen seine Ausführungen.
Sachbücher zu lesen ist immer ein Abenteuer. Kann man dem Inhalt folgen, ist ein Grundwissen erforderlich, schmeißt der Autor mit Fachbegriffen um sich. Alles weit gefehlt. Das Buch ist so gehalten, dass jeder Leser dem Thema folgen kann, dazu gibt es immer wieder Beispiele, die der Leser auch selber nachmachen kann. Der Autor redet den Leser mit Du an, was eine besondere Beziehung zwischen Leser und Autor schafft. Das Buch ist so, wie ein Sachbuch sein sollte, leicht verständlich und informativ. Am Ende schafft es das Buch, das der Leser ein ganz anderes Verständnis zu seiner eigenen Wahrnehmung findet.
Von mir bekommt das Buch volle fünf von fünf Leseratten und eine absolute Leseempfehlung.



 Bild und Textmaterial Quelle Amazon und Random House

© Karl Donatz Juni 2017

1 Kommentar:

  1. Huhu!

    Das klingt sehr interessant! Ich habe mich vor vielen Jahren während meines Studiums viel mit dem menschlichen Gehirn und der Speicherung von Erinnerungen und ähnlichem beschäftigt, weil ich unter anderem Vorlesungen zum Thema Künstliche Intelligenz besucht habe und man da ja versucht, diese Vorgänge künstlich zu simulieren.

    Dazu kommt inzwischen, dass ich eine chronische Krankheit habe, die Entzündungen und Vernarbungen im Gehirn verursacht, und da stelle ich auch immer wieder fest, was für total merkwürdige Nebenwirkungen das haben kann, von einem Tag auf den nächsten. (Vor vielen Jahren hatte ich zum Beispiel mal eine Phase, da konnte ich nicht lesen, weil ich die Fähigkeit verloren hatte, Buchstaben zu Wörtern zusammen zu setzen.) Deswegen finde ich die Neurowissenschaften natürlich doppelt interessant!

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

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