Samstag, 3. Dezember 2016

[Rezension] "Die Elefantenhüterin" Julia Drosten

 "Ein fesselnder und sehr gut recherchierter Roman, sehr guter Lesestoff für lange Winterabende."


Stell dir vor, du musst jemand sein, der du nicht bist
Ceylon im Jahr 1803, in der Königsstadt Kandy: Phera wird als Tochter des Gajenayke Nilami geboren, des obersten Hüters der königlichen Elefanten. Doch ihr Vater Jeeva braucht einen Sohn als Erben für sein hohes Amt bei Hof. Er und seine Frau Anshu entscheiden, Phera wie einen Jungen aufzuziehen und stürzen ihre Tochter damit in einen tiefen Zwiespalt. Doch Phera ist stark und kämpft für ihre Träume und ihre Freiheit. Halt findet sie dabei in der großen Zuneigung zu ihrer Elefantenkuh Siddhi.
Als die Briten Kandy erobern, verliert Jeeva Macht und Titel. Er schließt sich Rebellen an und die Familie flieht in die Berge. Als das Versteck von den Briten aufgespürt wird, kommt es zu einem schrecklichen Blutbad, das Phera für immer verändert.
Jahre später, inzwischen zur jungen Frau herangewachsen, ist sie immer noch von dem Gedanken an Rache besessen. Fast gegen ihren Willen verliebt sie sich in den britischen Regimentsarzt Henry Odell, dessen Bruder Charles das Massaker in ihrem Zufluchtsort zu verantworten hatte. 
Wird sie es schaffen, den Hass gegen ihren Todfeind Charles aufzugeben und sich für die Liebe zu seinem Bruder zu entscheiden?


Horst und Julia Drosten leben im Münsterland und hatten schon immer den Wunsch, Bücher zu schreiben. Fast genauso viel Spaß, macht ihnen die Recherche. Sie flogen schon zusammen in einem alten Doppeldecker oder ließen sich von einer Kosmetikerin verwöhnen. Für "Die Honigprinzessin" absolvierten sie einen Imkerkurs und für "Die schwarze Taube von Siwa" folgten sie in Ägypten den Spuren der alten Pharaonen und für die Elefantenhüterin besuchten sie u. a. wilde Elefanten auf Sri Lanka.Ihr Bestseller "Die Löwin von Mogador" schaffte es im Juni 2014 auf Platz 1 der historischen Romane bei Amazon. Julia Drosten schreibt bevorzugt historische Romane. Mit "Die Honigprinzessin" haben sie das erste Mal einen Gegenwartsroman geschrieben.
Das Buch wurde mir von dem sehr sympathischen Autorenehepaar Julia und Horst Drosten zur Verfügung gestellt, hier für mal erst ein riesiger Dank. Alleine das Cover finde ich wunderschön und das Buch musste ich unbedingt für mein Bücherregal haben. 

Es ist ein historischer Roman, der in Ceylon im Jahr 1803 beginnt. Dem obersten Hüter der königlichen Elefanten Jeeva wird eine Tochter geboren. Da er aber unbedingt einen männlichen Nachfahren braucht, der in seine Fußstapfen tritt und auch als Elefantenhüter ausgebildet werden kann, wird allen vorgegaukelt, das Phera ein Junge ist. Zur selben Zeit wie Phera wird Siddhi die Elefantenkuh geboren, die beiden wachsen gemeinsam auf. 

Doch als Leser kann man sich schon denken, dass das auf Dauer nicht gut sein kann und es früher oder später Probleme geben wird. Pheras Leben wird aus den Fugen gerissen, als die Engländer in Ceylon einmarschieren und dieses bringt schreckliche Gräueltaten mit sich.

Als Leser hat man hier eine abwechslungsreiche Handlung. Man verfolgt die Wandlung von Phera, vom Jungen zum Mädchen, man fiebert mit ihrem Volk mit, wie sie mit den schrecklichen Taten der Engländer umgehen und natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen, die aber meiner Meinung nach etwas zurücksteht. All das ist in eine sehr spannende und mitreißende Story gepackt.
Das Buch lässt sich eigentlich sehr leicht lesen, aber zu Beginn musste ich die vielen komplizierten Namen mal er richtig zuordnen, was später dann kein Problem mehr war. Jedes Kapitel beginnt mit einem Wikipedia Link und Informationen, wo die Autoren ihre gut recherchierten Infos herhaben, was mir sehr gut gefallen hat. Hinzu kommt, dass man als Leser die Schauplätze förmlich vor Augen hat, weil alles sehr bildhaft beschrieben wurde.
Alle Charaktere passten wunderbar in ihre Rollen. Phera muss man einfach mögen. Als Leser fiebert man mit ihr und ihrer Familie mit, die ja eine Menge erleiden mussten. Man darf an Pheras Wandlung teilhaben und natürlich war auch die Liebe zu Siddhi der Elefantenkuh ein wichtiger Bestandteil des Buches. Henry mochte ich sofort. Charles dagegen war so ein Widerling, da fehlen mir die Worte. Wie kann ein Mensch so sadistisch sein und sich am Leid anderer suhlen.
Ein wirklich spannender Roman, der mich als Leser fesseln konnte. Man merkt, wie gut recherchiert wurde und das alles mit Links versehen ist, wo man als Leser dann noch weitere Informationen aus dem Netz herbekommt. Das Buch handelt von Liebe und Leid, von Krieg und Gewalt und von der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ein farbenprächtiger historischer Roman der besonderen Klasse. Ich vergebe volle fünf von fünf Leseratten und eine absolute Leseempfehlung,




Danke an Julia und Horst Drosten für das Rezensionsexemplar

Bild und Textmaterial Quelle Amazon und  http://das-autorensofa.de/autoren/julia-drosten/

© Petra Donatz Dezember 2016


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