Montag, 21. November 2016

]Rezension] "Die Magie der kleinen Dinge" Jessie Burton

Ein toller Roman der mich wirklich sehr positiv überrascht hat."
Wenn der Schein trügt, muss man zweimal hinsehen

Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur ihr Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt – und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen – sowie dunkle Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden …


Jessie Burton, geboren 1982, studierte an der Oxford University sowie an der Central School of Speech and Drama. Sie arbeitet unter anderem als Schauspielerin und lebt in London. Mit ihrem Debütroman "Die Magie der kleinen Dinge" begeisterte sie Verlage in aller Welt – die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In ihrer Heimat England eroberte sie sofort die Bestsellerliste und wurde von der Presse hochgelobt.
Mich hat das neue Cover des Buches sofort angesprochen, als dann noch der Klappentext stimmig war, stand für mich feste, das Buch muss ich lesen. Lange Rede kurzer Sinn, nach dem ich einmal in die Geschichte eingestiegen bin, konnte ich mich kaum, oder nur ungern von ihr lösen.

Wir begleiten die 17, jährige Nella, aus einfachen Verhältnissen, die im 17. Jahrhundert mit einem holländischen Kaufmann zwangsverheiratet wird. Nella wird von Seiten der einzigen Verwandten ihres Mannes, seiner Schwester, nicht gerade freundlich angenommen. Auch Johannes ihr Mann entspricht nicht den romantischen Vorstellungen eines jungen Mädchens.
Bis dahin war die Story für mich nicht neu, sondern schon hundertfach dagewesen. Doch dann kommt eine völlig neue Wende für mich. Nella bekommt zu Hochzeit, von ihrem Mann Johannes, eine riesige Puppenstube, das Abbild des Hauses. Und plötzlich schlägt die Handlung eine neue Richtung ein. Es werden ihr von einer Mineaturistin Puppen und Möbel geschickt, die entweder etwas vorhersagen oder etwas geschehenes darstellen. Das Puppenhaus scheint ein Eigenleben zu entwickeln.
Die Autorin hat hier eine für mich neue Idee entwickelt, die mich richtig fesseln konnte. Einmal in der Story angekommen, möchte man nicht mehr aufhören zu lesen, denn das Buch ist wirklich spannend und kann den Leser mit seinem besonderen Charme überzeugen.
Das Buch ist in einer leichten Schreibweise gehalten. Die Schauplätze und Charaktere schön bildhaft beschrieben, so das man sich als Leser ein gutes Bild von ihnen machen kann.


Ich mochte Nella als Protagonistin sehr. Man verfolgt als Leser ihre positive Veränderung, von der grauen Maus zur selbstbewussten jungen Frau, die ihren Weg geht. Auch wenn ihr Ehemann Johannes nicht ihren Vorstellungen entspricht, beginnt sich zwischen den beiden eine besondere Freundschaft zu entwickeln. Auch die anderen Charaktere waren gut beschrieben und passten wunderbar in ihre Rollen hinein.
Ein wirklich gelungenes Debüt, mit vielen unerwarteten Wendungen. Ein gelungener Mix aus altbekannten historischen Elementen (Zwangsheirat, Ablehnung durch Familie) mit etwas schaurig und übersinnlichem. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Sicherlich sind auch ein paar langatmige Passagen vorhanden, gerade am Anfang, aber dieses besondere Etwas lässt das schnell in Vergessenheit geraten. Ich vergebe gute fünf von fünf Leseratten und eine Leseempfehlung.



Bild und Textmaterial Quelle Amazon und Blanvalet Verlag

©Petra Donatz November 2016


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