Sonntag, 2. Oktober 2016

[Rezension] "Bleib bei mir, denn es will Abend werden" Paula Schneider


"Die Geschichte einer großen Liebe,"

Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt. 
Ida und Ole sind ein Paar: seit fast 50 Jahren. Alt fühlen sie sich nicht. Auch einen Umzug wagen sie. Doch etwas schleicht sich ein ins Glück, etwas Abgründiges, Fremdes. Ida verstören Rufe, die manchmal zu ihr dringen - von Gegenüber wohl, aus einem Seniorenheim, einem Feierabendheim? Oder bringt etwas anderes sie so durcheinander? Lange ist weder Ole noch der großen Familie klar, was mit Ida geschieht. Bis sie vollends Richtung Abend fällt. Wie stark kann Liebe bleiben, wenn für den einen noch Tag herrscht, wo über den anderen schon Dämmerung und Demenz hereinbrechen? 

Liebe im Alter – die preisgekrönte Autorin Paula Schneider erzählt davon emotional und poetisch.

Paula Schneider, 1976 in Leipzig geboren, hat ihre Kindheit in Berlin verbracht und 2003 ihr Diplom am Deutschen Literaturinstitut Leipzig abgelegt. Sie erhielt verschiedene Stipendien, u.a. im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf und das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste. Seit 2007 schreibt sie regelmäßig Radiofeatures und Hörspiele, die vielfach ausgezeichnet wurden, zuletzt mit dem schweizerischen «featurepreis» für «Bleib bei mir, denn es will Abend werden. Lieben im Altenheim».
Die Autorin Paula Schneider erzählt hier die Geschichte einer wahren Liebe, die Geschichte von Ida und Ole mit allen Höhen und Tiefen, Erfolgen und Niederlagen und allen Hürden, die die zwei in ihrem langen Leben gemeistert haben. Das Buch machte mich als Leser sehr nachdenklich, denn man zieht automatisch Vergleiche zur eigenen Partnerschaft und fragt sich, wo man selber in 20-30 Jahren steht. Ist man dann noch so fit wie Ida und Ole, ist man gesund oder schleicht sich auch bei einem selber die Demenz oder gar andere Krankheiten ein? Auch der Gedanke zu sehen, wie alle um einen herum sterben und man selber der nächste sein könnte, stimmen einen sehr melancholisch. Wird man seinen Partner überleben,oder geht man vorher?

Paula Schneider hat dieses Thema wunderbar verarbeitet und berührt den Leser tief in seiner Seele. Mit dieser Hommage an ihre eigenen Großeltern hat die Autorin einen tollen Roman erschaffen, der jede Seite wert ist zu lesen.  Sie greift viele Themen auf die eigentlich Tabu sind, wie zum Beispiel Intimität im Alter, was mir sehr gut gefallen hat.  
 Jetzt muss ich leider doch einen Kritikpunkt äußern und zwar den etwas komplizierten und nicht gerade einfach zu lesenden Schreibstil. Die Autorin schreibt sehr poetisch aber auch teilweise sehr kompliziert und verschachtelt, dass ich mehr als einmal einen Abschnitt erneut lesen musste um das Gelesene zu verstehen und um zu wissen aus welcher Sicht es gerade erzählt wird.
Die Autorin hat wirklich tolle Charaktere erschaffen, die den Leser berühren, ihn fesseln und ihn zum Nachdenken anregen. Die Charaktere haben Tiefe und sind sehr authentisch und glaubwürdig, was bestimmt daran liegt, dass die Autorin die Geschichte ihrer Großeltern hat mit einfließen lassen.
Ein toller Roman der  mich schnell gefesselt hat. Die Autorin spricht viele Themen an, die bisher als Tabu gegolten haben. Das Buch  lässt einen nachdenklich zurück, was erwartet einen in 20. oder 30. Jahren. Ist man dann  gebrechlich, oder noch fit, überlebt man seine große Liebe oder geht man zuerst?  Gedanken die man im Alltag verdrängt, kommen beim Lesen des Buches in einem hoch und lassen den Leser nicht so schnell wieder los.
Wegen meinem Kritikpunkt, dem etwas schwierigeren Schreibstils,  muss ich leider eine Leseratte abziehen. Aber dennoch bekommt das Buch gute vier von fünf Leseratten von mir und eine Leseempfehlung



Bild und Textmaterial Quelle Amzon und Rohwolt Verlag

©Petra Donatz Oktober 2016  


1 Kommentar:

  1. Hey!
    Danke für den Tipp! Das Buch hört sich wirklich sehr berührend an, aber verschachtelte, schwierige Sätze sind nicht so mein Ding. Von daher werde ich von diesem Buch, trotz Leseempfehlung, Abstand nehmen.
    LG und einen guten Start in die neue Woche
    Yvonne

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