Freitag, 30. September 2016

[Karls Rezension] "Mächtig Senil- Die unglaublichen Pflegejahre des Wladimir P." Michael Honig

"Mehr als nur Satire"

Wir schreiben das Jahr 2035: Putin vegetiert in seiner Datsche unweit von Moskau vor sich hin. Vor sechs Jahren hat man ihn in Rente geschickt, doch Putin ist senil und glaubt noch immer, im Amt zu sein. In Putins Hofstaat ist sein Altenpfleger Nikolai der einzige ehrliche Mensch. Allerorten wird geklaut und betrogen. Der demente Putin liebt nach wie vor die Publicity und wird von seinem Nachfolger Lebedew regelmäßig der Presse vorgeführt. Das bringt Chaos mit sich, denn Putin hält Lebedew für seinen Finanzminister. In allem steht Altenpfleger Nikolai treu zu seinem Schützling – bis Nikolais Neffe wegen geäußerter Kritik an der Regierung im Gefängnis landet. Nikolai muss helfen – und braucht dafür sehr schnell sehr viel Geld …
Michael Honig ist ein ehemaliger Arzt, der mit Ehefrau und Sohn in London lebt. Für seinen satirischen Debütroman "Goldblatt's Descent", der über das britische Gesundheitssystem handelt und 2013 bei Atlantic Books erschien, heimste er in seiner britischen Heimat bereits viel Lob ein. Mit der Politsatire "Mächtig senil" erscheint Honig erstmals auf Deutsch.
Russland 2035 der mittlerweile 70 jährige Wladimir Putin lebt auf einer seiner Datschas, umgeben von einem Stab Helfer,  die sich alle um das Wohl der ehemaligen Präsidenten kümmern. Während Putin noch viele Ereignisse aus seinem Leben weiß, so vergisst er aber alles,  was gerade passiert, denn Putin leidet an Amnesie. Keine leichte Aufgabe für Nikolai dem persönlichen Pfleger von Putin. Was auf den ersten Blick als eine würdige Maßnahme aussieht um dem ehemaligen Präsidenten einen ruhigen Lebensabend zu ermöglichen, entpuppt sich aus den zweiten Blich als ein Morast der Korruption. Jeder Mitarbeiter hat sein eigenes Süppchen am Kochen. Alle hoffen,  das Putin noch lange lebt.  dass man sich weiter bereichern kann. Alle bis auf den grundehrlichen Nikolei, doch dann braucht Nikolei dringen viel Geld, und das schnell und das Abenteuer beginnt.
Das Buch ist einfach zu lesen  und wird weitgehend aus der Sicht von Nikolai erzählt. An einigen Stellen ist es hilfreich ein wenig die russische Geschichte zu kennen um zu verstehen,  wenn Putin meint,  wenn er aus der Vergangenheit redet. So wird z.B Boris Jelzin,  ehemaliger Präsident vor Putin, nur Boris Nickolajewisch genannt .
Der Autor hat die Charaktere sehr gut beschrieben, insbesondere die Krankheit von Putin. Sehr gut kann man nachvollziehen, was für eine Belastung,  ja  gar Gefahr von dieser Krankheit ausgeht, nicht nur für den Patienten auch für die Angehörigen.
Das Buch soll eine Satire sein, aber lustig ist das Buch eigentlich nicht. .Es ist eher als eine Anklageschrift an Putin zu sehen. Putin der eins angetreten ist um die Korruption in seinem Land zu bekämpfen,  hat genau das Gegenteil bewirkt und er mischt selber kräftig mit. Mittlerweile ist die Korruption für die Russen so selbstverständlich wie Steuer zahlen. Der Autor hat das Buch unter einem Pseudonym geschrieben, was auf Grund der Geschichte auch verständlich ist. Sicher mag es an einigen Stellen übertreiben wirken aber das Buch gibt schon einen Einblick in das russischen Leben. Das Ende des Buches ist etwas unkonventionell und lässt Fragen offen, spätestens hier merkt man was der Autor mit dem Buch über den Weg der Satire erreichen will.
Das Buch bekommt gute fünf von fünf Leseratten von mir und eine Leseempfehlung.




Bild und Textmaterial Quelle Amazon und Droemer Knaur

©Karl Donatz September 2016

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