Donnerstag, 11. August 2016

[Rezension] „Die Liebe ist ein schlechter Verlierer“ Katie Marsh

"Nicht immer bekommt man vom Leben eine zweite Chance, wenn doch, sollte man sie nutzen."


Was, wenn der Moment, in dem du gehen willst, der Moment ist, in dem er dich am meisten braucht?

Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren. 

Doch dazu kommt es nicht … 

Hannah und Tom wissen nicht, dass morgen alles anders sein wird. Dass Hannah ihre Pläne aufgeben muss und Tom nie wieder in sein altes Leben zurückkehren kann. Auch wissen sie nicht, dass ihre Liebesgeschichte noch nicht zu Ende ist und dass manche Träume einen Umweg nehmen müssen, bevor sie in Erfüllung gehen …
Katie Marsh lebt mit ihrer Familie in London, schreibt Bücher und ist im Gesundheitswesen tätig. Die Inspiration zu ihrem Debüt "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer" verdankt sie ihrer Arbeit mit Schlaganfallpatienten. Sie liebt es, mit ihrer Tochter im Park zu toben, ihrem Mann den Toast zu stehlen und Karaoke zu singen. Ihr zweiter Roman ist bereits in Arbeit.
 In diesem Buch geht es um Hannah und Tom, Hannah ist Lehrerin und Tom Anwalt. Die Ehe der beiden läuft absolut nicht gut und Hannah hat vor sich scheiden zu lassen und in der Nacht, bevor sie ihm das offenbaren will, erleidet Tom einen schweren Schlaganfall. Das erfährt man schon im ersten Kapitel. Die Autorin erzählt  von da an immer im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In den Sequenzen der Vergangenheit erfährt  der Leser genauer,  was zwischen beiden schief gelaufen ist.  Zudem lernt man  dadurch auch die Familien der beiden besser  kennen. In der Gegenwart erlebt man Hannahs Gewissensbisse mit und ihren Wandel als sie merkt, was wirklich zählt im Leben.

Katie Marsh will dem Leser meiner Meinung nach vermitteln, dass es meistens die kleinen Dinge sind die einen zusammen schweißen und man diese viel zu wenig schätzt, und dieses  meistens erst bemerkt, wenn es bereits zu spät ist.

Die Handlung fand ich durchschnittlich gut. Leider wurde das Augenmerk zu sehr auf die Eheprobleme gerichtet und weniger ist manchmal mehr. Mir fehlte leider die  Spannung, die mich hätte fesseln können, was ich sehr schade fand.
Zum größten Teil wird  das Buch  aus der Sicht des auktorialer Erzählers geschrieben, was mir überhaupt nicht liegt, ich finde es unpersönlich und kalt. Der Schreibstil der Autorin liegt mir einfach nicht. Bei mir kam das Kopfkino einfach nicht in Gang, was ich sehr schade fand. Zudem waren einige Passagen sehr langatmig.
Ich konnte zu keinem der Charaktere wirkliche Sympathie  entwickeln. Sie waren da, ihre Geschichte war/ist tragisch, aber so richtig berühren konnten sie mich nicht. Sie waren trotz der ernsten Thematik sehr blass und für mich nicht zum greifen nahe. 
Ein Roman  der dem Leser vor Augen führt, wie schnell alles vorbei sein kann und das man viel mehr das schätzen sollte, was man hat. Auch wenn mir der auktoriale Erzählstil nicht gefallen hat, war die Message des Buches sehr aussagekräftig.
 Leider konnte ich mit den Charakteren nicht warm werden.
Alles in alle ein durchschnittlich guter Roman, mit Stärken und Schwächen  und der teilweise auch etwas langatmig war. Dennoch vergebe ich  drei  von fünf Leseratten.



Bild und Textmaterial Quelle Amazon und Diana Verlag

©Petra Donatz August 2016


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