Samstag, 6. August 2016

[Rezension] "Der Tanz der Kolibris" Sofia Caspari

 "Ein Buch der Autorin, welches mich nicht so packen konnte wie gewohnt."

Ein Dorf am Rande des Hunsrücks: Anne und Thomas lieben einander, sehen jedoch als Magd und Knecht des Großbauern Reichard keine Möglichkeit, eine Familie zu gründen. Zudem beginnt Reichard, Anne nachzustellen. Als ein Auswanderungsagent durch ihr Dorf reist und von Brasilien berichtet, beschließen Anne und Thomas, die Überfahrt zu wagen. Doch ihre Ersparnisse reichen zunächst nur für Annes Überfahrt. Sie tritt in die Dienste eines jungen Mannes, der verborgene Pläne verfolgt und auch ihr Schicksal mitbestimmen wird ...
Sofia Caspari, geboren 1972, hat schon mehrere Reisen nach Mittel- und Südamerika unternommen. Dort lebt auch ein Teil ihrer Verwandtschaft. Längere Zeit verbrachte sie in Argentinien, einem Land, dessen Menschen, Landschaften und Geschichte sie tief beeindruckt haben. Heute lebt sie – nach Stationen in Irland und Frankreich – mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in einem kleinen Dorf im Nahetal.
 Ich habe schon einige Romane der Autorin gelesen und war immer hin und weg von den atemberaubenden Schauplätzen, zu denen uns Sofia Caspari mitgenommen hat, aber bei diesem hat das nicht so funktioniert, leider. 
Mir fehlten ein wenig die Farbenpracht Südamerikas und es war mir zu viel Unheil und Unglück, welches die Auswandererfamilien ertragen mussten, 
Ich hatte mir eine atemberaubende Liebesgeschichte gewünscht, die auch leider auf der Strecke blieb. Die Autorin hat in diesem Roman alles etwas farbloser und unheilvoll erscheinen lassen, als bisher, so kam es mir zumindest vor.

Der Größte Handlungstrang bestand aus dem Leben  der Auswandererfamilien, wie man aus ihnen Profit geschlagen hat und wie man den Familien das pure Paradies versprochen hatte und sie in Wirklichkeit  vom Regen in die Traufe kamen und in ärmlicheren Verhältnissen leben mussten, als je zuvor in Deutschland.
 Dieser Aspekt war sehr interessant und ist historisch auch belegt, denn die Auswanderungswelle im 19. und 20. Jahrhundert war zu dieser Zeit auf ihrem Höhepunkt und man  hat viele Familien in ihr Unglück rennen lassen.

Man erfährt die Geschichte  im Wechsel aus der Sicht von verschiedenen Charakteren, was mir oft zu viel des guten war. Ich mag es lieber, wenn es um einen Protagonisten/in geht. Hier war mir alles etwas zu bunt zusammen gewürfelt und einfach für mich nicht stimmig genug.

Alles in allem ein gutes Buch, aber ich hatte mir mehr versprochen und war auch von der Autorin anderes gewohnt. Zudem habe ich ein wenig die Spannung vermisst, die bei mir überhaupt nicht aufgekommen ist.
 Vom Schreibstil her ließ sich das Buch leicht und flüssig lesen. Wie schon erwähnt, wird das Buch aus verschiedenen Perspektiven, von verschiedenen Charakteren erzählt. Mir fehlte die Spannung die sich wie ein roter Faden durchs Buch zieht.
 Auch die Charaktere waren mir etwas zu blass und farblos. Ich mochte Anne nicht wirklich. Auch die anderen Charaktere haben ihren Sinn und Zweck erfüllt, jedoch konnten sie mich nicht in ihren Bann ziehen.
Ein Buch für  laue Leseabende und zwischendurch, das mir nicht das geboten hat was ich von der Autorin bisher gewohnt war. Eine sehr düstere Story und nicht so prachtvoll und farbenfroh wie erwartet. Auch die Spannung kam einfach nicht auf.  Kurz und knapp gesagt, eine Lektüre für zwischendurch ohne große Gefühle und eher blasse Charakteren, die ich nicht wirklich an mich heran lassen konnte.  Der geschichtliche Aspekt, in Bezug auf die Auswandererfamilien, fand ich sehr interessant, aber das Drumherum war nicht ganz meins.
 Ich vergebe aber immer noch gute drei von fünf Leseratten. Macht euch selber ein Bild.



Bild und Textmaterial Quelle Amazon und Bastei Lübbe Verlag

©Petra Donatz August 2016


Kommentare:

  1. Hallo!
    ich habe das Buch auch hier und bin schon gespannt! Eine Liebesgeschichte muss ich nicht unbedingt dabei haben, aber ich hoffe mich kann der Roman trotz der blassen Charaketre überzeugen....mal sehen =)
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ich drück dir die Damen, das es dir besser gefällt. Liebe Grüße Petra

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