Montag, 15. August 2016

[Karls Rezension] "Bühlerhöhe" Brigitte Glaser

"Ein lesenswertes Buch über ein Stück Zeitgeschichte."


Rosa Silbermann wird 1952 mit einem geheimen Auftrag in das Nobelhotel Bühlerhöhe geschickt. Die in den 1930ern aus Köln nach Palästina emigrierte Jüdin arbeitet für den israelischen Geheimdienst. Ihre Gegenspielerin ist die misstrauische Hausdame Sophie Reisacher. Die musste 1945 das Elsass verlassen und sucht ihre Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg. Beide haben erlebt, was es heißt, wenn ein ganzes Land neu beginnen will. Keine von ihnen vertraut der beschaulichen´Landschaft des Schwarzwalds. Und beide wissen von einem geplanten Attentat auf Bundeskanzler Adenauer, wobei jede ihre eigenen Pläne verfolgt. Zwei Frauen in einer Männerwelt, in der es um Macht, Geschäfte und alte Seilschaften geht – und irgendwann um Leben und Tod.
Geboren 1955 in Offenburg. 1974 Abitur in Achern. 1975-1980 Studium der Diplom-Sozialpädagogik in Freiburg. 1980 Wechsel nach Köln. Dort Arbeit in der offenen Jugendarbeit, im Medienbereich und in der Erwachsenbildung. 1996 erscheint mit „Kölsch für eine Leiche“ der erste Krimi, 2001-2008 „Tatort Veedel – Orlando & List ermitteln“ eine Kurzkrimi-Serie im Kölner Stadtanzeiger, 2003 mit „Leichenschmaus“, der erste Katharina-Schweitzer-Krimi, 2010 mit „Schreckschüsse“, das erste Jugendbuch, 2016 mit „Bühlerhöhe“ erster Roman.
Seit 2008 freie Schriftstellerin in Köln.
1952 Bundeskanzler Konrad Adenauer verbringt ein paar Tage auf der Brühler Höhe im Schwarzwald. Es ist die Zeit,  als gerade um das Entschädigungsgesetz entschieden wird.  Adenauer, der das Gesetzt will,  macht sich dadurch Feinde. Für Israel ist das Gesetzt von Fundamentaler Bedeutung. Als der Mossad Hinweise bekommt dass Adenauer ermordet werden soll,  schicken sie die ortskundige, aber vollkommen unerfahrene Agentin Rosa Silbermann auf die Brühler Höhe. Trotz ihrer Unerfahrenheit stellt sie schnell fest, dass nahezu jeder Verdächtig ist. Ein wirres Katz und Mausspiel beginnt.

Der Ort Bühlerhöhe

Die Geschichte spielt auf der Brühlerhöhe an der Schwarzwaldhochstraße. Das Hotel Bühlerhöhe gibt es wirklich. Erst als Krankenhaus gedacht, wurde es später zu einem  First-class-Hotel. .Adenauer hat tatsächlich dort Ferien gemacht,  aber auch zahlreiche Promis beherbergte das Hotel.  Nachdem ein Investor das Hotel kaufte und nicht zahlen konnte steht es nun leer.
 Das Buch ist leicht zu lesen und wechselt zwischen diversen Zeiten und Orten immer wieder ab. Der Roman beinhaltet reale Fakten neben fiktiven. Die Autorin bringt,  ohne sich in lange Erklärungen zu verlieren,  die damalige Zeit näher. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt.
Es sind nicht wenige Charaktere,  die die Geschichte beleben. Ein wenig Aufmerksamkeit ist geboten um die Vielzahl einzuordnen. Dennoch wirkt jeder Charakter echt, der Leser kann sich gut in sie hineinversetzten.
Brigitte Glaser hat mit Brühlerhohe ein schönes, vielfältiges Buch geschrieben.  Man darf es auf keinen Fall auf einen Agententhriller reduzieren, denn es ist ein Stück deutsch Geschichte. Die Autorin schafft es viel Wissenswertes in eine spannende Geschichte zu verpacken. Auch fängt sie die Stimmung der damaligen Zeit sehr gut ein. Für geschichtsinteressierte Leser  ein MUSS. Am Ende des Buches erklärt die Autorin was real  und was Fiktion ist. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich vergebe volle fünf von fünf Leseratten und eine absolute Leseempfehlung.



Bild und Textmaterial Quelle Amazon Lovelybooks und List/Ullstein Verlag

© Karl Donatz August 2016

Kommentare:

  1. WOW, schöne Rezension!
    Das hört sich nach einem tollen Buch an!

    Liebe Grüße,
    Ramona

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  2. Liebe Leseratte, vielen Dank für die schöne Rezension und Grüße von den Ullstein-Eulen!

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