Montag, 18. Juli 2016

[Karls Rezension) "Winterhonig" Daniela Ohms

" Viel mehr als nur eine Liebesgeschichte."

"Winterhonig" erzählt von einer lebensgefährlichen Liebe in einer archaischen, grausamen Welt, die noch gar nicht so lang Geschichte ist. Inspiriert von den Erlebnissen ihrer eigenen Großmutter, lässt uns Daniela Ohms die Zeit des Zweiten Weltkriegs aus Sicht der Landbevölkerung erleben: Das harte, entbehrungsreiche Leben, das Mathilda als zehntes Kind eines Bauern führt; die Anstrengungen, die der junge Karl unternimmt, um seine Abstammung vor den Nazis geheim zu halten; die Liebe der beiden, die nicht sein darf, bringt sie Mathilda doch in große Gefahr; die Schrecken des Krieges, der drohende Tod durch Bomben oder Verrat. Und über allem die Hoffnung.


Daniela Ohms, geboren 1978, studierte Literaturwissenschaften mit den Nebenfächern Psychologie und Geschichte. Für ihren Roman „Winterhonig“ hat Ohms sich durch die Erinnerungen ihrer Großmutter, Jahrgang 1924, inspirieren lassen, die im Paderborner Land als jüngstes Kind einer elfköpfigen Bauernfamilie aufwuchs und in ihrer Jugend die Wirren und Nöte des Zweiten Weltkrieges erlebte. 
Daniela Ohms ist neben dem Schreiben in einer Literaturagentur tätig und wohnt mit ihrer Familie in Berlin. Cäcilia Oele (geb. Aring), ihre Oma, ist inzwischen 92 und lebt in Rheda-Wiedenbrück. Dort hat sie im Jahr 2006 einen Schreibwettbewerb der Lokalzeitung "Die Glocke" gewonnen.

Mathilda ist das jüngste von zehn Geschwistern,  die auf einem Bauernhof bei Paderborn leben. Schon früh bekommt sie die Härten des bäuerlichen Lebens zu spüren. Einzig Karl, der geheimnisvolle Pferde Dresseur von einem Pferdegestüt in der Nachbarschaft,  bringt  ein wenig  Abwechslung in ihrem oft tristen und harten Alltag.  Als die Nazis an die Macht kommen, wird das Leben von Mathilda noch entbehrungsreicher und als der Krieg ausbricht und Karl plötzlich verschwunden ist,  steht Mathilda ganz alleine da. Mathilda ist sich nicht sicher, ob Karl vor den Nazis geflohen ist. oder eingezogen wurde. Sie hat niemanden mit dem sie reden kann, denn in dieser Zeit kann man  selbst den eigenen Geschwistern nicht trauen.
Daniela Ohms schreibt in einem leicht verständlichen Schreibstil und der Leser hat wenig Mühe der Geschichte zu folgen. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Man kann sich leicht in die zeit und das Leben der Menschen hineinversetzten.
Neben Mathilda und Karl spielen noch eine ganze reihe weiterer Charaktere mit, teilweise historisch echt.  Die Autorin schaft es sehr gut mit wenigen Worten einen Charakter leben einzuhauchen so das man leicht mit diesen mitfühlen kann.
Das Buch ist mehr als nur die Liebesgeschichte zwischen Mathilda und Karl. Wie der Krieg das Leben der Menschen verändert hat, wie sie unter den Entbehrungen leiden und leben müssen, was es für die Frauen bedeutet wenn ihre Männer an der Front sind und sie keine Nachricht bekommen. Wie tief in die Privatsphäre der Einfluss der Nazis war. All das hat die Autorin sehr schön wiedergegeben. Vieles was die Autorin beschreibt beruht auf waren Fakten. Daniela Ohms hat es meisterlich geschafft, einer Geschichte um Liebe, Entbehrung, Verlust aber auch Hoffnung leben einzuhauchen. Ich vergebe volle fünf von fünf Leseratten mit einem dicken Plus dahinter und eine absolute Leseempfehlung.





Bild und Textmaterial Quelle Amazon und Droemer Knaur Verlag

©Petra Donatz Juli 2016

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