Freitag, 13. November 2015

[Rezension] "Weit hinterm Horizont" Tara Haigh

"Ein sehr umfangreiche gut ausgearbeitete Geschichte, die mich aber irgendwie nicht 100% in ihren Bann  ziehen konnte"


Bremerhaven, Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Clara Elkart träumt seit jeher davon, ihren Onkel in Hawaii zu besuchen, der dort eine Plantage führt. Als ihr Vater sie mit einem preußischen Offizier verheiraten will, flieht sie aus ihrem Elternhaus und reist mit Hilfe ihrer Tante nach Hawaii. Bei ihrer Ankunft erfährt sie jedoch, dass ihr Onkel vor Kurzem gestorben und sie seine Alleinerbin ist. Mithilfe des faszinierenden Hawaiianers Komo gelingt es ihr, die Plantage zu neuer Blüte zu bringen. Doch das Inselkönigreich ist in Gefahr, und bald schon gerät Clara zwischen die Fronten eines lange schwelenden Konflikts, der sie alles kosten könnte, was sie sich aufgebaut hat.

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Tara Haigh schreibt seit vielen Jahren große TV-Unterhaltung und als Tessa Hennig Frauenromane mit Pfiff, die bereits erfolgreich verfilmt und alle Spiegel-Bestseller wurden. Die historische Verbindung zwischen Deutschland und Hawaii fasziniert sie in besonderem Maße, weil sie einen Aspekt deutscher Geschichte zeigt, der kaum bekannt und doch so schillernd ist. 


Wie schon im Klappentext  beschrieben, flieht die junge Clara Elkart vor einer Verlobung ins ferne Hawaii um bei ihrem Onkel Unterschlupf zu finden. Zu dem Zeitpunkt tat mir Clara schon sehr leid, denn niemand ahnt wie es nach dem Missbrauch, den ihr geplanter Verlobte an ihr begangen hat, wirklich aussieht. Sie glaubt auf Hawaii würde alles wesentlich besser werden. Clara ahnt aber nicht das dort noch mehr auf sie zukommt. Ihr Onkel wurde brutal ermordet, weil er in politischen Machenschaften verstrickt war und auch Clara droht ungeahnte Gefahr, denn sie ist Alleinerbin der Plantage und gerät somit auch in die Schusslinie. Dabei steht ihr der Insulaner Komo zur Seite und beide verlieben sich ineinander, was noch mehr Probleme mit sich bringt, denn Mischehen sind bei den Weißen nicht gerne gesehen.

Clara kann einem schon sehr leid tun. Sie ist eine tapfere junge Frau. Die Autorin hat sehr viel Wert  darauf gelegt, das der Leser Claras Gefühle regelrecht mit durchlebt. Ob es die Vergewaltigung ist, oder ihr Vater, dem nur seine Zukunft wichtig ist, all das wurde sehr genau deutlich gemacht. Selbst die Überfahrt nach Hawaii wurde sehr anschaulich beschrieben, so dass man mit Clara mit gelitten hat.

Die Autorin verbindend Fiktion mit gut recherchierter Geschichte, so dass der Leser auch die Gegebenheiten der damaligen Zeit gut versteht. Ich hab schon viele Auswanderer Romane gelesen, aber so gut und detailliert waren nicht alle.

Die Handlung des Buches weist alles auf was so ein Roman meines Erachtens haben muss, Spannung, gut recherchierter Hintergrund, farbenprächtige Kulissen und natürlich eine Liebesgeschichte die in solchen Romanen nicht fehlen sollte.


Ich muss gestehen, das ich zu Anfang etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil der Autorin hatte, weil dieser sehr Ausschweifend war, doch schon bald konnte ich mich doch darauf einlassen und habe es nicht bereut. Das Buch ist in einem anspruchsvolleren Schreibstil geschrieben, der genau die Gefühle der Protagonisten widerspiegelt.  
Wenn man einmal drinnen ist, fällt es schwer das Buch aus der Hand zu legen, also wenn ihr bei den ersten Seiten Probleme habt, nicht aufgeben, es wird besser.


Die Charaktere in dem Buch sind sehr authentisch und real und förmlich zum Greifen nahe.
Besonders Clara nimmt den Leser sofort für sich ein. Sie ist jung und naiv und dennoch lauern in ihr ungeahnte Kräfte, die sie auf Hawaii auch dringend benötigt.
Ich mochte auch Agnes sehr gerne, die sie auf der langen Schiffsreise als gute Freundin gewonnen hat. Auch Komo ist mir sehr sympathisch gewesen und ich fand es Mutig, wie er zu Clara gestanden hat. Alles in allem tolle authentische Charaktere die dem Buch den letzten Schliff gegeben haben.

 Ein gut recherchierter Auswanderer Roman vor einer atemberaubenden Kulisse, die auf den ersten Blick wie das Paradies erscheint und dann doch fast zur Hölle wird. Auch wenn ich anfänglich etwas Probleme mit dem Schreibstil hatte, war das Buch wirklich toll zu lesen. Starke Charaktere geben dem ganzen noch den letzten Schliff. Ich vergebe gute vier von fünf Leseratten und eine Leseempfehlung für alle die es gerne etwas ausschweifender mögen.




Mein Dank geht an den Egmont Lyx Verlag für das Rezensionsexemplat

[Bild und Textmaterial Quelle Amazon und Egmond Lyx]
©Petra Donatz

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    was für ein schön gestaltetes Cover, da bekommt man doch gleich Lust auf das Buch oder? Und der Preis ist auch O.K.

    Gerne notiert für die WuLi..LG..Karin...

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