Donnerstag, 1. Oktober 2015

[Rezension] "Das Hurenschiff" Martina Sahler

"Spannend und sehr relaistisch"

London im 18.Jahrhundert: Auf der berühmt-berüchtigten Lady Juliana, dem Segelschiff, das Straftäterinnen nach Australien bringt, treffen sie aufeinander: die zarte Claire, die unschuldig für einen Diebstahl büßen soll; die blutjunge Molly, die ein Verbrechen beobachtet hat und selbst verhaftet worden ist; die zupackende Rose und die bärbeißige Dorothy. Auf See müssen sich die Frauen in der brutalen und erbarmungslosen Männerwelt auf dem Schiff behaupten. Jack Barnes, der Steuermann, hat ein Auge auf Claire geworfen. Doch die junge Frau kann ihren Verlobten Henry nicht vergessen und hofft auf ein Wiedersehen …

http://www.droemer-knaur.de/buch/7786557/das-hurenschiff#

  
Martina Sahler, 1963 in Leverkusen geboren, studierte Germanistik und Anglistik in Köln. Sie arbeitete lange Zeit als feste und freie Lektorin für Belletristik, bevor sie sich mit großer Begeisterung der Schriftstellerei widmete. Seit 15 Jahren schreibt sie Romane für Erwachsene und Jugendliche. Mit ihrer Familie und zwei Katzen lebt sie im Bergischen Land bei Köln. Für ihren Roman "Weiße Nächte, weites Land" erhielt Martina Sahler den HOMER-Literaturpreis in Silber in der Kategorie 


Das Buch fängt schon sehr spannend an und erzählt das Schicksal mehrerer Frauen, einige sogar noch halbe Kinder, die zum Teil unschuldig nach Australien deportiert wurden. Dabei erlebt man als Leser das Elend, die Gewalt und den Kampf ums Überleben, den die Autorin sehr anschaulich und realistisch wiedergegeben hat. Einmal in die Geschichte eingetaucht, findet man schnell Zugange zu den unterschiedlichen Charakteren, die mal mehr und mal weniger sympathisch waren. Da dieses Buch teilweise auf wahren Geschehnissen beruht, ist es sehr erschrecken zu erfahren, welches große Leid die Frauen an Bord eines solchen Schiffes über sich ergehen lassen mussten, um zu überleben.  Die Handlung fängt spannend an, der Mittelteil ist dann eher ruhig, aber zum Ende hin wird es dann wieder spannend.


Martina Sahler hat einen schönen, leicht zu lesenden Schreibstil, bei dem die Seiten nur so dahin fliegen. Sie schreibt sehr anschaulich so das man sich ein gutes Bild  der Geschehnisse machen kann.


Es gibt zwei Charaktere, die sich von den anderen abgehoben haben und die ich am liebsten mochte. Das war einmal die sehr schüchterne und zurückhaltende  Claire, die von Zuhause fortgelaufen ist um mit ihrem Liebsten zusammen zu sein, dann aber völlig unschuldig ins Gefängnis kommt und deportiert wird. Sie war so naiv und sehr lieblich, dass man sie sofort ins Herz schließen musste.
Und dann war da die 13. Jährige, sehr pfiffige und gewiefte Prostituiert Molly,  die aus sehr ärmlichen Verhältnissen stammt. Sie wird auch wegen einer Lappalie verhaftet und deportiert.
Bei Molly wird der Beschützerinstinkt in einem geweckt.
Diese Beiden waren meine Lieblingscharaktere, die sehr realistisch dargestellt wurden. Auch alle anderen Charaktere waren in ihren Rollen nahezu perfekt wiedergegeben.


Ein wirklich guter, ziemlich spannender Roman, der den Leser schnell in seinen Bann zieht. Die Autorin hat alles sehr anschaulich und realistisch wiedergegeben. Die Charaktere waren auch sehr authentisch. Ich vergebe hier volle vier von fünf Leseratten und eine Leseempfehlung für alle, die solche Romane mögen. 


 Danke an den  Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar



[Bild und Textmaterial Quelle Amazon und Droemer Knaur Verlag]

©Petra Donatz

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