Donnerstag, 6. August 2015

[Rezension] " Sturm über Rosefield Hall " Julie Leuze

" Die Anfänge der Emanzipation in einen sehr schönen Roman eingebaut."

Grafschaft Devon 1913: Ruby, die 18-jährige Tochter von Lord und Lady Compton, wächst sehr behütet auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Als der attraktive Cyril Brown aus London anreist, um den Sommer auf dem nahen Tamary Court zu verbringen, fühlen die beiden sich auf Anhieb zueinander hingezogen – und Ruby verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Doch Rubys Eltern sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen jungen Mann. Außerdem scheint Cyril ein Geheimnis vor Ruby zu verbergen. Cyril stellt Rubys Leben auf den Kopf, doch plötzlich wendet er sich von ihr ab. Und dann ziehen dunkle Wolken am Horizont auf ...

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Julie Leuze, geboren 1974, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Auswanderersagas und Frauenromanen. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart. 


In diesen Roman hat die Autorin wahnsinnig viele Themen angesprochen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine wichtige und prägende Rolle gespielt haben. Dazu gehören die Standesunterschiede, und wie schlecht es doch der Unterschicht alleine in England ging. Bis hin zu den Anfängen der Suffragetten Bewegung, zu der Alice und ihre Mutter Gwendolen, ja selbst Cyril gehören. 
Die Suffragetten setzten sich für die Gleichstellung und das Wahlrecht der Frauen ein und  griffen dabei zu harten Methoden , die sie letztendlich ins Gefängnis brachten, wo sie unter schrecklichen Umständen leben mussten und sogar zwangsernährt wurden. Zudem hat die Autorin auch die Homosexualität mit in den Roman eingebaut, denn zwischen Cyrils Schwester Alice und dem Dienstmädchen und guter Freundin Florence entsteht eine wunderschöne Liebesbeziehung, auch wenn dieses Thema damals ein absolutes Tabu war.
Aber auch die Liebesgeschichte kommt hier nicht zu kurz, denn Ruby die Protagonistin, hat sich in den charismatischen Cyril verliebt, was deren Eltern überhaupt nicht passt, denn Ruby soll nicht unter ihrem Stande heiraten. Doch da dieses ein Roman ist, in denen Frauen für ihre Rechte kämpfen, kämpft natürlich auch Ruby um ihr Glück. Julie Leuze weist wirklich großes Geschick auf, all diese Themen in ein Buch mit knapp 350 Seiten zu packen. Doch es ist ihr wirklich gut gelungen. Die Story ist wirklich kompakt und abwechslungsreich und ich kann sie weiterempfehlen. 


Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind kurz gehalten und werden im Wechsel von den verschiedenen Hauptcharakteren geschildert, bei denen es um Ruby, Florence, Alice und Alice Mutter Gwendolen handelt. So hat man als Leser einen Einblick in die Gedanken der jeweiligen Person und kann sich viel besser in sie hinein versetzen. Die Story wird dadurch von allen Blickwinkeln durchleuchtet.


Das Buch hat fünf Hauptcharaktere, die ich eigentlich alle sehr mochte und die mir sehr sympatisch waren. Besonders Ruby fand ich ganz toll. Sie ist eine Fremde in ihrer eigenen Familie und merkt sehr früh das sie nicht die Ansichten ihrer Eltern teilt, und einen besseren Weg einschlagen möchte, was bedeutet sich von ihrer Familie zu distanzieren. Aber auch die anderen Charaktere wie Florence, die von einem normalen Dienstmädchen zu Rubys Freundin und Seelentrösterin wird und sich gegen die Zwänge der Gesellschaft stellt und sich in die liebenswürdige und zarte Alice verliebt. Selbst Gwendolen, Alice und Cyrils Mutter, wurde mir sympatisch, nach dem ich erfahren habe, was sie durchlebt hat. Cyril kommt natürlich bei all den starken, weiblichen Protas etwas zu kurz. War mir aber nichtsdestotrotz sehr sympathisch.


Ein wirklich schöner und informativer Roman von den Anfängen der Frauenbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.  Die Autorin hat es wirklich geschafft in knappen 350 Seiten eine tolle Story entstehen zu lassen, die mich als Leser begeistern konnte. Ich vergebe hier volle fünf von fünf Leseratten und eine Leseempfehlung.



Mein Dank geht an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


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