Dienstag, 14. Juli 2015

[Autoren und Buchpräsentation] Heute mit Christa Schyboll.


Hallo ihr Lieben,
schön das ihr  wieder auf meinem Blog vorbei schaut. Heute hat sich die Autorin "Christa Schyboll"  meinen Fragen gestellt und ich darf euch ihren Roman "Besessen"vorstellen. Ich wünsche euch wie immer viel Spaß und würde mich über Kommentare sehr freuen.






"Wisst ihr, warum mein Leben so spannend ist?
Weil es rauschhaft durch das Meer des Unwägbaren fließt!"


Meine eigenen Lieblingsbücher sind die, die ich noch nicht geschrieben habe.
Sie kommen aus der Zukunft meines Werdens, das für mich selbst noch nicht ist, obschon aus anderem Blickwinkel bereits war. Damit bergen sie potenziell mehr Reife.
Aus meinen zerschredderten Irrtümern tropft nahrhafter Saft für neue Weisheiten.
Meine Erfahrungen türmen sich zu hohen Wellenbergen auf.Die Schlüsse daraus fließen in meine Werke und sammeln sich zu neuer Kraft.
Ich laufe meiner Zukunftsgestalt flink und fröhlich entgegen, ohne meine Zentrierung im Jetzt aufzugeben und gehe hinein in die Dinge.
Ich hebe die Zeiten auf und spiele mit ihnen im Raum. Ich stülpe das Außen ins Innere und schaffe neue Eigenwelten.
Im Schlaf begegnet mir die Inspiration, die mir in der Dunkelheit das Licht bringt.
In diesem Nicht-Raum entstehen meine Rohlinge, die am Tag des Feinschliffs bedürfen.
Frühe Früchte, hochwillkommen!
So arbeite ich Tag und Nacht. Selbst dann, wenn ich faulenze (was viel zu selten ist!)

Ein wenig aus meiner Bio:

Vor meiner Tätigkeit als Autorin und Kolumnistin arbeitete ich als Presse- und Vorstandsassistentin, Redakteurin und Sachbearbeiterin in verschiedenen Instituten und Verbänden. Nach Jahren der Kindererziehung, anderen sozialen Aufgaben und gesellschaftlichem Engagement begann ich Mitte 30 die ersten Gedichte zu schreiben, nachdem ich zuvor viele Jahre mein Hirn mehr aufs Sachliche der Dinge trainiert hatte.

Es folgten Aphorismen, Lyrik, Prosa, Satiren. Einzelwerke meines Schaffens sind in über 50 Büchern anderer Autoren sowie auch in Anthologien veröffentlicht. Seit 2008 arbeite ich unter anderem auch als Kolumnistin im Internet. 2012 veröffentlichte ich meinen ersten Roman "Jenseits der Dunkelwelt" beim fhl-Verlag in Leipzig.
Alojado Publishing ermutigte mich, meine Fülle von Sprüchen und Aphorismen als Ebooks herauszugeben (siehe auf meiner HP: Bücher).
Der erste Lyrik-Band erscheint 2015 unter dem Titel „Zeitwände bersten“ im Handel.
Der nächste Roman erscheint beim SüdWestBuch Verlag im 1. Quartal 2015unter dem Titel
„Besessen – Der andere Bewohner“
Ein Psycho-Roman, der sich um das Lebens-, Liebes- und Leidens-Drama einer multiplen Persönlichkeit nach einer posttraumatischen Belastungsstörung dreht.
Last not least:

Schreiben und Atmen sind für mich gleichrangige Vorgänge.

Gibt es das eine nicht mehr, braucht es das andere nicht.
So denke ich heute.
Morgen? Ach, was weiß ich!... - Ich bin in ständiger Veränderung.
[Quelle http://www.christa-schyboll.de/bio/


______________________________________________________________________________





Produktinformation

  • Broschiert: 300 Seiten
  • Verlag: SWB Media Publishing; Auflage: 1 (13. April 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3944264547
  • Hier kaufen >>> 

 Kurzbeschreibung

Silvio wird Zeuge der Ermordung seiner Eltern durch die Mafia. Der kleine Junge erleidet eine schwerwiegende Amnesie und bleibt ohne Kenntnis der eigenen Identität. In der Pubertät bricht bei dem musikalisch und mathematisch talentierten Jugendlichen das Krankheitsbild der multiplen Persönlichkeitsstörung aus. Es zeigen sich mehr und mehr abgespaltene Identitäten. Sie benutzen Geist, Seele und Körper des Jungen für ihre eigenen Zwecke und schrecken dabei auch vor Gewalt nicht zurück. Die gefährlichen Tumulte in den Innenwelten des Jugendlichen erfahren eine dramatische Beschleunigung, die auch für die erste zarte Liebe zu einer jungen Pianistin zu einer unkalkulierbaren Bedrohung wird. Silvio lässt sich mit seinen abgespaltenen Identitäten auf ein gefährliches Abenteuer ein ... 

______________________________________________________________________________ 

Leseratte: Seit wann schreibst du selber?
Christa: Mit Anfang 30 hat alles begonnen. Damals waren es zunächst politische Artikel, die sich mit der Thematik der Friedensbewegung befassten. Meine Empörung brauchte Luft. Und die fand ich oft im schneidend klaren Wort. So schmiedete ich friedlich scharfe Wortschwerter in immer mehr Genres und Ausdrucksformen. Nach Jahren der sachlichen Auseinandersetzung begann ich mit 37 Jahren dann plötzlich auch Lyrik zu schreiben. Ungeplant, ganz spontan. Es war mir, als breche da nun eine polare, unbekannte Seite in mir durch. Sie verblüffte mich und machte mir zugleich auch Freude. Die Verblüffung bezog sich dabei auch auf die Mengen an Texten, die binnen kurzer Zeit aus meinem Inneren flossen, als hätten sie schon lange im Stau gestanden. Es folgten Kurzgeschichten, Satiren, Kindergeschichten und immer wieder neu auch Sachartikel und Kolumnen zu allen gesellschaftlich relevanten Themen. Durch diesen Mix von Vielfalt sowohl in den Themen, wie auch in Bezug auf Genre und Stil macht mir diese Arbeit eben auch besonders viel Freude. Es ist zum persönlichen Ausdrucksmittel geworden.
Erst mit 60 Jahren veröffentlichte ich meinen ersten Roman „Jenseits der Dunkelwelt“, 2012 beim fhl-Verlag in Leipzig und habe im April 2015 meinen zweiten Roman „Besessen – Die anderen Bewohner“ im Südwestbuch Verlag als Taschenbuch veröffentlicht.
Dazu erschienen ebenfalls jetzt aktuell eine Aphorismen-Trilogie mit den drei Titeln „In jedem Genie steckt auch ein kleiner Idiot“, „Licht, das durchs Dunkel bricht“ und „Taktvoll aus dem Takt“.
Und neu erschienen ist weiterhin auch mein erster Lyrikband „Zeitwände bersten“. Die letzten vier genannten Bücher sind als Ebooks bei Alojado Publishing erschienen.

Leseratte: Liest du auch selber Bücher, wenn ja welches Genre?
Christa: Ja, sehr gerne, nur aus Zeitgründen leider viel weniger als ich möchte. Ich lese vorzugsweise:
Sachbücher über Philosophie, Religion, Psychologie, Wissenschaften
gute Biographien oder Autobiographien
anspruchsvolle Romane, die mich nicht nur allein gut unterhalten, sondern wo ich auch Hintergrundwissen vermittelt bekomme und einen Lerneffekt bei mir auslösen
Satiren, sofern sie zugleich auch geistreich sind
Sciene Fiction – sofern sie auch Sachthemen mit aufgreifen
Gedichte von ausgewählten Wortkünstlern, die ich aufgrund ihrer Kunst verehre.
Mit anderen Worten: Unterhaltung aller Art ist bei mir auch mit der Lust an neuem Wissen verbunden. Kommt beides zusammen, könnte ich vor Freude in die Bücher hinein beißen! - Fehlt davon etwas elementar: Dann sind sie mir unverdaulich!

Leseratte: Welches Genre magst du absolut nicht?

Christa: Das ist bei mir nicht ans Genre gebunden, sondern allein eine Niveau-Frage. Auch Liebesromane können ja hohes Niveau haben, obschon sie normalerweise nicht ganz oben auf der Liste bei mir stehen. Wenn ich mich herausgefordert fühle, mitdenken darf bei zugleich guter Unterhaltung, dann gibt es kein Genre-Tabu im Allgemeinen

Leseratte: Wie bist du zum Schreiben gekommen ?
Christa: Da sich mein öffentliches Schreiben zunächst politisch zeigte, waren es Gründe, die zunächst im Politischen zu suchen sind. Aber Politisches im Außen hat eine Korrespondenz mit dem eigenen Idealismus im Inneren. Zum Beispiel die Unzufriedenheit mit bestimmten Zuständen oder Missständen (wie die Aufrüstung in den 80er Jahren).
Als ich mich zunächst über Sachthemen dem Schreiben mehr und mehr öffentlich zuwandte, entdeckte ich Jahre später auch in mir das ganz neue Bedürfnis, meine Anliegen nun auch mit literarischem Anspruch zu verbinden und zu ergänzen. So kam es unter anderem auch zu politischen oder gesellschaftskritischen Gedichten und Aphorismen. Meine Romane wiederum behandeln die Untergründe des Seelisch-Geistigen im Menschen und sind stark psychologisch geprägt. Ich mag das Numinose, das Geheimnisvolle, an dem sich auch der Leser hin und wieder die Zähne ausbeißen kann, so er Lust darauf verspürt.

Leseratte: Wer sind deine Vorbilder?
Christa: Letztlich alle Menschen, die über sich hinauswachsen, die ihre eigenen Grenzen sprengen. Menschen, die persönliche Mutschritte tun. Sie müssen nicht spektakulär sein, aber für sie selbst eine Überwindung eines Hindernisses darstellen. Und jene Menschen, die das gewollt, gezielt und bewusst ergreifen, bewundere ich dabei ganz besonders. Denn ich weiß, welchen Prozessen sie sich da ganz freiwillig und ohne Not stellen. Sie alle könnten es ja auch bequemer haben.
Es gibt neben den großen Helden der Geschichte so viele unbekannte Helden und Heldinnen, die dieses innere Wachstum in hervorragender Weise auch ohne öffentliche Bekanntheit meisterhaft geleistet haben. Ihnen gilt meine Bewunderung und mein Respekt.

Leseratte: Was machst du am liebsten wenn du nicht schreibst?
Christa: Lesen und schlafen – danach schwimmen, wandern, Kanu fahren... Aber das ist die Idealvorstellung, die von den Pflichten natürlich abgebremst wird.

Leseratte: Was ist dein Lieblingsbuch?
Christa: Es gibt zu viele verschiedene, die nicht vergleichbar sind, weil ich mich in zu vielen unterschiedlichen Genres tummele.

Leseratte: Wer ist dein Lieblingsautor?
Christa: Siehe Punkt Lieblingsbuch – auch hier müsste eine ganze Liste unvergleichlicher – aber gleichermaßen hoch geschätzter Autoren folgen.

Leseratte: Hast du schon mal ein Buch abgebrochen, wenn ja warum ?
Christa: Einmal? Ach, das wäre schön! XXX-mal – und immer wieder neu!! Grund: Werbe-Versprechen, die nicht eingehalten wurde. Es wurde Niveau versprochen und geistiger Schrott serviert. Der Schrott bestand dann aus: gähnender Langeweile, schlechtem Stil, unausgegorener Geschichte, zu viele handwerkliche Fehler, mangelnde Stringenz, fehlende Logik, manchmal eine fast schon beleidigende Unterforderung des Lesers.
Das Problem ist: Große Verlage mit entsprechendem Werbe-Etat und oft auch guten Werbestrategien puschen leider auch ihre zweit- und drittklassigen Autoren/Bücher oft erfolgreich auf den Markt. Damit verhindern sie, dass andere gute Autoren zum Zuge kommen. Das ist schade, aber gehört zum Geschäft und ist natürlich meine rein subjektive Wahrnehmung. Das Fatale an so genannten Erfolgs-Statistiken ist u. a. folgendes: Wenn ein Buch oft gekauft wird, sieht man es als erfolgreich an. Ökonomisch ist dies auch richtig! Aber hat jemals jemand nachgeforscht, wie viele der Käufer lediglich einer guten Werbung auf den Leim gingen, weil sie den Angaben vertrauten, aber dieses Buch im Nachhinein eben doch schlecht fanden? Das gilt auch alternativ häufig für Film und Fernsehen, DVDs, Musik-CDs usw.). Nackte Zahlen und Einschaltquoten werden gezählt – aber nicht, wie unzufrieden oder missmutig man über die Reinfälle dabei war. So wird ein ökonomischer Erfolg leider auch oft als künstlerischer Erfolg gefeiert, weil in diesen Dingen nicht genug differenziert wird. Es versteht sich natürlich von selbst, dass auch künstlerische und ökonomische Erfolge zugleich stattfinden können – wie beides auch umgekehrt. Dem alten Sprichwort „So viele Leute können sich doch nicht irren!“ widerspreche ich deshalb heftig, weil so viele Leute ja keineswegs vorher wissen, was in so mancher wohlfeil servierten Mogelpackung drin ist.

Leseratte: Was sagt dein Umfeld dazu, dass du schreibst ?
Christa: Je nach Umfeld halt! :- ) Manche lachen, staunen oder finden es umgekehrt sogar typisch und unausweichlich für mich. Andere nehmen es hin wie das Wetter oder es interessiert sie nicht wirklich, was ich wiederum auch verstehen kann.

Du bist auf einer einsamen Insel gestrandet und darfst drei Dinge mitnehmen. Welche wären es ?
Christa: Ein Bleistift, ein Spitzer und ein Sudoku-Großwerk der Meisterklasse – oder vielleicht aber auch
Eine Pistole mit drei Kugeln: Die erste Kugel für ein in der Ferne gesichtetes Boot! Die zweite Kugel für den Freudenschuss, wenn's bei mir ankommt. und mich abholt. Und die dritte Kugel notfalls für mich selbst, wenn die falschen Leute drauf sind, die mich retten wollen und dann vereinnahmen.

Leseratte: Beende diesen Satz. Schreiben macht mich : 
Christa: manchmal wahnsinnig, weil es einfach kein Ende mit den Ideen nimmt; sie überrollen mich mit ihren Lawinen und denken keine Sekunde daran, dass ich ein kleiner Mensch bin, der auch einmal zum durchatmen kommen muss.

______________________________________________________________________________

Vielen Dank liebe Christa für das tolle und ausführliche  Interview. Ich hoffe es hat euch wieder einmal gefallen. Bis zum nächsten Mal und hinterlasst doch mal wieder einen Kommentar.




Kommentare:

  1. Ich bedanke mich herzlich bei Petra für das Interview und die Beschäftigung mit meinem psychologischen Roman, der neben Unterhaltung auch ein Stück weit aufklären und Prophylaxe für Wachsamkeit sein möchte.
    Lieber Gruß
    Christa Schyboll

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön das es dir gefällt liebe Christa Schyboll

      Löschen