Dienstag, 5. Mai 2015

[Rezension] "Wilde Akazien" Johanna Nicholls





Gloucestershire zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Trotz ihrer Jugend hat die heranwachsende Isabel de Rolland schon manchen Schicksalsschlag erlitten. Seit dem Tod ihrer Eltern lebt sie bei ihrem Onkel Godfrey in dessen düsterem Herrenhaus de Rolland Park. Die Familie lässt Isabel stets spüren, dass sie nicht dazugehört und nur geduldet ist. Dennoch möchte Isabel in de Rolland Park bleiben, denn ein anderes Zuhause kennt sie nicht. Doch dann will Godfrey die ungeliebte Nichte mit einem Mann in Australien verheiraten, den sie noch nie gesehen hat. Und so begibt sich Isabel auf eine gefährliche Reise in eine ungewisse Zukunft

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Johanna Nicholls studierte in Sydney und hat als Journalistin in London sowie als Produzentin und Redakteurin für das australische Fernsehen gearbeitet. Sie bewundert die Werke von Shakespeare, Goethe und Tolstoi genauso wie Margaret Mitchells "Vom Winde verweht" oder Jane Austens "Stolz und Vorurteil". Mit ihrem Roman "Die Blüte des Eukalyptus", für den sie intensive historische Recherchen betrieben hat, erfüllte sie sich einen Lebenstraum: den Wunsch, Autorin zu werden und eine große Australiensaga zu schreiben. Sie lebt in einem Haus aus dem 19. Jahrhundert in einem Vorort von Sydney, wo sie gerade an einem weiteren historischen Roman schreibt.
Ich habe diesen Roman als Rezensionsexemplar bekommen. Die Inhaltsangabe hatte mich sofort angesprochen. Die Handlung klingt zuerst wie die meisten Australienromane, naive, unschuldige junge Frau wird von Verwandten in ein fernes Land verscherbelt, um dort zu heiraten. Doch auf den zweiten Blick ist dieses Buch schon etwas anders, denn die Protagonistin Isabel kann die Geister der verstorbenen sehen und sieht wie dieses zu Tode gekommen sind, was diesem Buch einen völlig anderen Flair verleiht. Dieses hat die Autorin in eine schöne, romantische aber auch spannende Geschichte eingebunden,  denn  die Scheinehe, die Isabel und Marmaduke eingegangen sind, wird schnell  zur wahren Liebe, die  viele Hindernisse überwinden muss, wie zum Beispiel Isabels schlimme Vergangenheit,  an die sie sich nach und nach wieder erinnern kann  und die ihr immer noch zu schaffen macht. Als man schon denkt, dass beide ihr Glück gefunden haben, tauchen die Dämonen der Vergangenheit  wieder auf und versuchen ihr Glück zunichte zu machen. Ich habe nur einen Kritikpunkt, es waren  auch einige, wenn auch wenige, langatmige Passagen im Roman. Ich denke das Buch wäre mit 200 Seiten weniger auch gut bedient gewesen.


Das Buch lässt sich sehr leicht und flüssig lesen, auch wenn es an einigen, aber wenigen Stellen etwas langatmig wird. Die Geschichte wird  im Wechsel von Isabel und Marmaduke, aber auch einige Male von Marmadukes Vater erzählt, so das man die unterschiedliche Sichtweise der Protagonisten wunderbar nachvollziehen kann.


Ich habe die Charaktere von Isabel und Marmaduke sofort gemocht. Sie sind sehr schön und authentisch wiedergegeben und waren mir sofort sympathisch. Auch den Nebencharakteren  hat Johanna Nicholls  authentische und realistische Züge gegeben, so das diese perfekt in die Geschichte mit eingebunden wurden.  Isabel konnte einem schon sehr Leid tun, was sie in ihrem jungen Leben schon alles mitgemacht hat. Sie wurde von ihrer Familie nur für ihren Eigennutz missbraucht und geschändet. Zum Glück verliebt sich Marmaduke schnell  in sie, so dass sie nicht auch noch von ihm ausgenutzt wird.


Ein ganz besonderer Australienroman mit ein wenig mystischem Flair, spannend und mit tollen Charakteren,  die das Ganze perfekt abrunden. Bis auf ein paar Längen ließ sich das Buch sehr gut lesen. Ich vergebe vier von fünf Leseratten ein MUSS für alle Fans von Australienromanen.


Mein Dank geht an den Page& Turner Verlag und das Blogger Portal, für das Rezensionsexemplar.


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