Mittwoch, 1. April 2015

[Rezension] " Die Tuchvilla " Anne Jacobs

"Ein schöne Familiengeschichte, die mich schnell in ihren Bann gezogen hat."


Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet ..
Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits erfolgreich historische Romane und exotische Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen lange gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte
Dieses Buch hat mich nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen. Es beinhaltet eine sehr kompakte Familiensaga zu Beginn des 20. Jahrhundert und zeigt dem Leser nicht nur das Leben der reichen Gesellschaft, sondern gewährt einem auch den Einblick in das Leben der Dienerschaft, zu der die Hauptprotagonistin Marie gehört. Marie umgibt ein Geheimnis, dem sie so langsam, seit sie im Hause des Fabrikanten Johann Melzer arbeitet, auf die Schliche kommt. Marie ist in einem Waisenheim aufgewachsen, da ihre Mutter schon früh verstorben ist. Vom Vater fehlte jede Spur. Doch seit Marie im Hause Melzer arbeitet, wird ihr alles viel klarer und ergibt nach und nach einen Sinn.
Marie arbeitet sich schnell von einer einfachen Küchenhilfe zur Kammerzofe von Kathatina Melzer, der jüngsten Tochter des Hauses, hoch. Katharina sieht in Marie aber nicht die Dienerin, sonder eher eine Freundin, was wiederum Probleme mit sich bringt. Als sich  der Sohn der Melzers, Paul, auch noch unsterblich in Marie verliebt, gerät für Marie alles durcheinander. Nach und Nach lichtet sich der Schleier um Maries Vergangenheit................
Anne Jacobs hat einen sehr bildhaften und leicht zulesenden Schreibstil, der mich als Leser sofort für sich eingenommen hat. Man kann die Kulisse und die Charaktere förmlich mit eigenen Augen sehen. Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass das Buch auch mit 200 Seiten weniger ausgekommen wäre, denn einige Passagen sind einfach zu sehr in die Länge gezogen. Dennoch ein toller Roman.
Die Charakter des Romans, besonders Marie, haben mir sehr gut gefallen. Sie sind wundervoll beschrieben worden und waren mir schon nach wenigen Seiten sehr vertraut. Sie  alle sind sehr authentisch und sehr realistisch wiedergegeben. Als Leser hat man mit ihnen gelitten und gebangt. So wie es in einem guten Roman sein muss.
Ein wirklich schöner Roman, der mich nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen hat. Auch wenn es ein paar Passagen gab, die etwas in die Länge gezogen waren, konnte mich das Buch voll und ganz Überzeugen. Deswegen vergebe ich vier von fünf Leseratten und einen Lesetipp.
Danke an den Blanvalet Verlag und das Bloggerportal, für das Rezensionsexemplar.



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