Montag, 27. April 2015

[Rezension] "Der dunkle Weg" Susanne Goga

"Ein historischer Roman in einer unsicheren, dunklen Zeit. Kurz vor beginn des ersten Weltkrieges."

Eine Reise nach Irland, die alles verändert
Hamburg 1912: Gegen den Willen ihrer Eltern begibt sich die Kaufmannstochter Ida auf eine gewagte Reise: fort von ihren Pflichten, auf nach Irland. Dublin empfängt sie weltoffen, kreativ und gegensätzlich – genau die Abwechslung, die Ida gesucht hat. Schnell findet die junge Künstlerin Arbeit, schließt Freundschaften und lernt den Arzt Cian kennen – und lieben. Voller Zuversicht hofft Ida auf eine Zukunft mit ihm, eine eigene Familie, ein neues Leben in Irland. Doch Europa stehen blutige Zeiten bevor, und bald muss Ida um ihre Träume kämpfen.

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Susanne Goga, 1967 geboren, ist eine renommierte Literaturübersetzerin und Autorin. Im Diana Verlag erschienen bereits drei Romane, darunter »Die Sprache der Schatten«, für den sie 2012 mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet wurde, und der Spiegel-Bestseller »Der verbotene Fluss«. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Mönchengladbach.

Ich weiß überhaupt nicht so recht, wie ich anfangen soll, aber wenn mich ein Buch nicht sofort, nach den ersten Seiten begeistern und in seinen Bann ziehen kann, hat es schon Schwierigkeiten bei mir noch Fuß zu fassen und mich umzustimmen. Dieses Buch jedoch machte nach knapp 200 Seiten dann doch eine Kehrtwendung und die Story nahm von Seite zu Seite an Fahrt auf, was man von den ersten 200 Seiten nicht behaupten konnte, da diese etwas zäh und schleppend voran kamen.
Die Protagonistin Ida, eine junge Malerin, begibt sich alleine auf eine gewagte Reise nach Irland, kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges und somit in die Unruhen, die zu der Zeit in Irland geherrscht  haben. Aus einem Besuch bei ihrer Freundin Grace, wird ein längerer Aufenthalt, bei dem sie die Auswirkungen des bevorstehenden Krieges und den Freiheitskämpfen der Iren, zu spüren bekommt. Ida  lernt den ziemlich eigenwilligen Arzt Cian O`Connor kennen und schon bald  wird daraus mehr als nur Freundschaft. Durch ihn  lernt sie die Armenviertel Dublins und seine Bewohner kennen und ist entsetzt von den Zuständen die dort herrschen. Ida hält die Armut und das Elend in Bildern fest, die Cian später in einem Buch veröffentlichen will, um in anderen Ländern auf die Missstände in Irland aufmerksam zu machen. Ehe Ida sich versieht, ist sie zusammen mit Cian eine regelrechte Freiheitskämpferin geworden, die sich  wo es nur geht für die Armen und unterdrückten einsetzt und dabei mehr wie einmal selber in Gefahr schwebt.

Die Autorin vermittelt  dem Leser, durch einen teilweise regelrecht bedrückenden Schreibstil, die Atmosphäre Dublins kurz vor dem 1.Weltkrieg und den katastrophalen Zuständen in den Armenvierteln der Stadt. Als Leser sieht man die Orte und die Personen fast mit eigenen Augen und kann sich gut in die damalige Atmosphäre hinein versetzen.  Das Buch lässt sich dennoch, auch wenn es etwas langatmig beginnt, flüssig und leicht lesen, auch wenn mir der Schreibstil persönlich nicht  ganz so gut gefallen hat. Die Story ist wirklich gut recherchiert und die Bilder und die Reise durch Dublin, im Anhang, haben mir gut gefallen.

Ida ist eine selbstbewusste und starke Persönlichkeit, die geschockt von den Verhältnissen in den Armenvierteln beschließt, zu helfen soweit wie es ihr eben möglich ist. Sie hat keinerlei Rückhalt von ihrer Familie und deswegen fällt es ihr auch nicht schwer, ein neues Leben ohne sie zu beginnen. Ich mochte ihre natürliche und authentische Art sehr. Cian ist eher ein Eigenbrötler, der nach außen hin immer etwas mürrisch wirkt, aber ein großes Herz hat und den Armen helfen will wo es nur geht. Doch irgendetwas aus der Vergangenheit belastet seine Seele und  steht zwischen ihm und Ida. Er braucht lange um sich ihr gegenüber endlich zu öffnen und sich alles von der Seele zu reden. Von diesem Moment an sind die beiden eine unzertrennliche Einheit. Alle anderen Charakter sind ziemlich real und man konnte sich sofort ein Bild von ihnen machen, Sie runden das Ganze perfekt ab und geben dem Ganzen den letzten Schliff.

Eine Story, die zu Beginn nur schleppend voran kommt, die die dunkle Atmosphäre der damaligen Zeit gut rüber bringt, sehr gut recherchiert wurde, aber mich nicht zu hundert Prozent überzeugen konnte. Die Charaktere waren dennoch sehr authentisch und gut getroffen. Bis zu Hälfte des Buches war ich mir noch nicht so sicher, ob ich dem Buch mehr wie drei Leseratten geben kann. Die letzten 230 Seiten haben mir dann doch noch recht gut gefallen und somit bekommt es gute  3,5 von 5 Leseratten von mir.


Mein Dank geht an den Diana Verlag und das Bloggerportal für das Leseexemplar

Kommentare:

  1. Hallo Petra,

    hm, ich kenne von diese Autorin "Die Sprache der Schatten" fand ich am Anfang auch etwas schwierig zum lesen. Aber vielleicht ist das die persönliche Eigenart der Autorin ......


    LG..Karin...

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    1. Ja, dass denke ich auch. Ist halt von Autor zu Autor verschieden genau wie die Geschmäcker der Leser. Zum Glück. Liebe Grüße Petra

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