Donnerstag, 8. Januar 2015

[Rezension] "Bedroht" Hans Koppel.

"Unterhaltsame und psychologische Hochspannung aus Skandinavien"

Als sie Erik in einer Bar kennenlernt, glaubt Anna an einen harmlosen Flirt. Und so geht sie, anfangs zwar zögerlich, dann aber zunehmend interessiert, auf seine Avancen ein. Erik sieht sehr gut aus, und es schmeichelt ihr, dass er um sie wirbt. Aber Anna ist verheiratet, und sie hat ein Kind. Trotzdem landet sie in Eriks Bett. Als sie sich am nächsten Morgen verabschieden, ist Anna sicher, Erik nie wiederzusehen. Darin irrt sie gewaltig.

Anna, Redakteurin bei einer Familienzeitschrift, steht ein arbeitsreiches Wochenende bevor. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Trude und Sissela quartiert sie sich in einem Hotel ein, um Konzept und Ausrichtung der Zeitschrift zu diskutieren. Abends in der Bar lernen sie Erik kennen. Trude ist fasziniert von dem jungen, durchtrainierten Mann und könnte sich durchaus vorstellen, die Nacht mit ihm zu verbringen. Auch Sissela flirtet, was das Zeug hält. Aber es ist Anna, die schließlich in Eriks Bett landet. Ohne jede Verpflichtung, wie sie sich gegenseitig beteuern. Kaum zurück im Büro, findet Anna eine Mail von Erik. Er will sie unbedingt wiedersehen. Anna lässt sich darauf ein. Wieder haben sie Sex, und wieder will Anna einen Schlussstrich ziehen. Aber Erik lässt sich nicht abservieren. Er ruft an. Schreibt Mails. Taucht vor ihrem Haus auf. Drückt auf die Tränendrüse. Droht ihr. Entschuldigt sich dann tausendmal. Anna bekommt Angst. Kriegt Panik, dass ihr Fehltritt auf fliegt. Und trifft eine Entscheidung, die ihr Leben zerstört.
Dieser Thriller befasst sich mit der Thematik des Stalkens, von dem die Protagonistin Anna bedroht wird. Der Autor hat sich hier ein spannendes Szenario ausgedacht, welches dem Leser einen nahezu perfekten Lesegenuss beschert. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite und aus der netten Liebelei eines Fehltrittes, wird ein regelrechte Horrorszenario, dem nicht nur Anna, sondern ihre gesamte Familie ausgesetzt wird. 
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen und wie man es von den skandinavischen Thrillern kennt, eher sachlich und kühl gehalten. Trotzdem konnte mich das Buch von den ersten Seiten an in seinen Bann ziehen.
Die Protagonisten werden schön beschrieben auch wenn sie durch den eher kühleren Schreibstil doch ein wenig fremd bleiben, was dem Roman aber keinen Abbruch tut. Also ein geradezu optimaler Lesegenuss für Thrillerfans.
Diesen Thriller sollte man sich als Fan dieses Genres nicht entgehen lassen. Auch wenn mich eigentlich der Schreibstil bei skandinavischen Romanen eher abstößt, konnte  mich das Buch durch seine steigernde Spannung bei der Stange halten und bei mir punkten. Ich vergebe hier vier von fünf Leseratten.

1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    so die Weihnachtspause ist rum und ich hoffe, Du hast Dich einigermaßen erholen können, liebe Petra.

    Und Du packst gleich wieder ein tolles Buch für uns aus.

    Hm, welche Unterschiede gibt es denn z.B. zu deutschen Romanen in diesem Bereich, ist irgendwie habe ich da noch keinen Unterschied gemerkt...

    LG..Karin..

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