Dienstag, 11. November 2014

[Rezension] "Zeit ihres Lebens" Sabine Schabicki

 " Ein bewegendes Buch, dass den Leidensweg einer Mutter beschreibt, die ihre Kinder verloren hat"
 In diesem Moment sitzen überall auf der Welt Mütter und Väter und weinen  um ihre toten Kinder,die verhungert sind, von einer Mine zerfetzt,verschleppt, vergewaltigt, erschossen wurden....Was für ein Planet ist das eigentlich? Ist das die Irrenanstalt des Universums? Werden hier nur die abgeliefert,die woanders nichts taugen, die hier mal nur ihr Fett abkriegen sollen? Die sehen sollen,Was für ein Tier der Mensch ist? Zitat Seite 221


Mit fünfunddreißig wird Nadja nochmals schwanger und erwartet Zwillinge. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und den beiden schon größeren Kindern zieht sie in eine neue Wohnung – ihr Glück scheint perfekt. Doch dann geschieht ein großes Unglück, das ihr Leben völlig auf den Kopf stellt. Schwangerschaft und Geburt werden zu einer dramatischen und auch für ihre Beziehung sehr belastenden Zeit. Ein Roman über die Liebe und die Aufgabe zu leben.
Zu Beginn des Buches bekommt man  tolle Einblicke in das Familienleben der Patchwork Familie Panou. Laurenz, Nadjas zweier Ehemann wird von den Kindern völlig akzeptiert. Alles läuft bestens. Als sich eine Zwillingsschwangerschaft ankündigt, könnte die Freude bei den Panous nicht größer sein. Doch ein schreckliches Unglück, droht alles Glück zu zerstören. Nadja kapselt sich ab, gefährdet ihre Beziehung und droht in ihrer Trauer zu versinken.
Dieses Buch ist mal wieder so eins, welches mich auf eine emotionale Berg und Talfahrt  geschickt hat. Die Geschichte ist wirklich sehr realistisch, einige Handlungen als Mutter sehr gut nachvollziehbar, andere weniger. Hier wird das schrecklichste Szenario geschildert , welches einer Mutter widerfahren kann, nämlich seine geliebten Kinder, dass eigene Fleisch und Blut, viel zu früh zu verlieren. Keine Mutter sollte diesem Schmerz ausgesetzte werden. Doch leider hat das Leben seine eigenen Regeln. Wir begleiten die 35 Jährige Nadja durch die schlimmste Zeit ihres Lebens. Als Leser ist man manches mal genauso hilflos und verzweifelt wie die Protagonistin. Das Buch hat mich sehr berührt und man kann nur hoffen, dass enem solche Erfahrungen erspart bleiben.
Mir hat der Schreibstil wirklich gut gefallen, Das Buch ist aus der Sicht von Nadja geschrieben. Besonders berührt haben mich die Tagesbucheinträge. Denn Nadja schreibt in ein Tagebuch Briefe an ihre Kinder. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen.
Alle Charaktere des Buches waren realistisch und sehr authentisch wiedergegeben. Nadja ist mir schnell ans Herz gewachsen. ich konnte so gut nachempfinden, was in ihr vorgegangen ist. Auch Laurenz mochte ich sehr. Er tat mir so manches mal Leid, weil Nadja ihn zu Unrecht so lieblos behandelt hat.
Ein Buch, welches  den Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mit nimmt. Sehr erschüttert aber sehr authentisch. Von mir eine absolute Leseempfehlung und volle fünf von fünf Leseratten. 





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen