Donnerstag, 23. Januar 2014

Rezension zu "Es wird keine Helden geben" von Anna Seidl

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.01.2014
  • Aktuelle Ausgabe : 20.01.2014
  • Verlag : Oetinger
  • ISBN: 9783789147463
  • Fester Einband: 256 Seiten
  • Sprache: Deutsch  /Als eBook verfügbar
  •  Genre: Jugendbuch




     Zitat Seite 14
    "Wenn die Stille dir das Leben rettet, definierst du neu, was laut und was leise ist"

    Für die fünfzehnjährige Miriam, sollte es dem ersten Anschein nach, ein völlig normaler Schultag werden. Doch dann fallen plötzlich Schüsse und alles bricht in Panik aus. Miriam flüchtet sich mit ihrer besten Freundin Joanna auf  die Toilette um sich dort zu verstecken und erlebt die schlimmsten Minuten ihres Lebens.Wie durch ein Wunder überlebt Miriam und ihre Freundin den Amoklauf ihres Mitschülers. Doch  sie muss mit ansehen, wie ihr Freund Tobias schwer verletzt wird, und er letztendlich stirbt. Für sie beginnt die schlimmste Zeit in ihrem Leben. Denn sie hat nicht nur ihren Freund verloren, ihre erste große Liebe, auch ihre Freundinnen  drohen an dem Geschehenen zu zerbrechen und ziehen sich von ihr zurück.Und für Miriam stellt sich immer mehr eine Frage in den Vordergrund, trägt sie eine Mitschuld an alle dem, weil sie Jahrelang den Täter selber mit diskriminiert hat ?




     Zitat Seite 202
    "Ich fühle mich so schuldig.Ich habe ihm nicht geholfen.
    Ich habe ihn nicht gerettet. Ich weiß nicht mal warum !
    Wieso war ich nicht bei ihm ? Wieso stand ich einfach nur still in der Ecke ?"

    Von Anfang an hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen und gefesselt. Schon bei Seite dreizehn, musste ich feststellen, dass ich mehrmals das Atmen vergessen hatte. Denn man wird als Leser sofort unmittelbar in Geschehen katapultiert, was ich bis jetzt in der Form noch nicht erlebt habe. Die Autorin Anna Seidl, die übrigens erst 19 Jahre jung ist. Und dieses Buch schon mit 16 Jahren geschrieben hat, schafft es durch ihren tollen Schreibstil, die Gefühle in diesem Buch toll und authentisch rüber zu bringen. Man erlebt so viele Gefühle in diesem Buch. Da wäre von Angst, Schuld, Trauer, Hoffnung, Verzweiflung biss hin zu Hass alles dabei.


    Zitat
    Man kann die Angst riechen.Man kann nach ihr greifen.
    Er ist unter uns. Wir können sie hören, die Schüsse
    Sie sind laut. Viel zu laut.

    Die Protagonistin Miriam ist mir schnell ans Herz gewachsen. Auch wenn sie in diesem Buch nicht gerade ein Unschuldslamm war. Aber sie hat es ja selber erkannt, dass ihr früheres Verhalten, sicherlich mit einer der Gründe war, die einen Schüler zu solchen grauenvollen Taten treiben kann. Denn  Mobbing ist auch ein Thema, das in diesem Buch aufgegriffen und authentisch  beschrieben wird.

    Wir erfahren auch die Gefühle und Ängste die Miriam nach der Tat täglich mit sich rum schleppen musste. Vor allem die Schuldgefühle ihrem Freund gegenüber, weil sie ihm nicht zu Hilfe geeilt ist, fand ich schrecklich. Wie soll ein so junger Mensch damit klar kommen ? Sehr schlimm fand ich es zu sehen, wie unterschiedlich die Freundinnen, das Geschehene verarbeitet haben, oder gar daran zerbrochen sind.Man sieht auch, wie machtlos die Familienangehörigen in solchen Situationen sind, wenn das eigene Kind niemand mehr an sich heran lässt. Und man zittert als Leser die ganze Zeit mit Miriam, ob sie über das Schlimmste hinweg kommt und für sich noch einen Weg findet, wieder zu LEBEN.




    Zitat Seite 244
    "Wir müssen Entscheidungen treffen.Wir dürfen uns nicht immer verstecken.
    Wir sollten LEBEN. Denn dafür sind wir da.
    Das ist der einzig wahre Grund."

    Es wird keine Helden geben, ist ein wirklich tolles, tiefgründiges und sehr bewegendes Buch. Es hat mich schon nach den ersten Seiten überzeugt. Ich kann es wirklich nur weiter empfehlen. Der Schreibstil ist wirklich leicht und flüssig zu lesen. Die Protagonisten sind sehr authentisch. Und die Handlung ist einfach nur erschreckend und spannend zu gleich. Deswegen vergebe ich volle fünf von fünf Leseratten.


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